Sieger Wettbewerb 2015
Foto: René Jungnickel

Pressemitteilung, 13.09.2015

Silbermann-Tage belebten das Erzgebirge

Mit einer Domvesper begannen sie – und mit einem Abschlusskonzert ganz im Zeichen Bachs gingen heute die 21. Silbermann-Tage im Freiberger Dom zu Ende. Dazwischen gab es unvergessliche Abende vor allem an kleineren Spielstätten im Erzgebirge. Das vielfältige, hochkarätig besetzte Musikfestival wurde erneut von einem internationalen Orgelwettbewerb begleitet. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich ehrte die Gewinner persönlich.

Das englische Ensemble Trinity Baroque und die Preisträger des Orgelwettbewerbs ehrten heute im Freiberger Dom nicht nur den „Weltkomponisten“ Bach. Dieses Abschlusskonzert 17 Uhr stand exemplarisch für die hohe Qualität und internationale Ausstrahlung der Silbermann-Tage. „Die Begeisterung des Publikums für Künstler, Orgeln und Spielstätten war greifbar“, sagt Albrecht Koch. „Aus ihr spricht das Besondere unseres Festivals, große Kunst in kleine Orte zu tragen. Das Erzgebirge präsentiert sich so als eine wertvolle Kulturlandschaft in Europa“, so der künstlerische Leiter der Silbermann-Tage weiter.

 

Konzerte und öffentliche Wettbewerbsprüfungen gab es auch in Freiberg und Dresden – dort, wo zahlenmäßig das größte Publikum erreicht wird. Einzigartig wird Mitteldeutschlands bedeutendstes Festival rund um die Orgel indes durch die Spielorte im ländlich geprägten Erzgebirge – jene Orte, an denen Gottfried Silbermann, sein Schüler Zacharias Hildebrandt und andere Meister ihre Orgeln bauten. Pfaffroda feierte den 300. Geburtstag seiner kleinen, einmanualigen Silbermann-Orgel – dieses Konzert mit Flautando Köln und dem Freiberger Domorganisten Albrecht Koch zählt zu den Höhepunkten dieses Festivals. Die Bergkirche Seiffen, wo das Collegium Marianum aus Prag gastierte, wurde als neue Spielstätte gut angenommen.

„Reformation“ war Hauptthema der Silbermann-Tage 2015, eröffnet mit einer bewegenden Domvesper, wie sie um 1600 stattgefunden haben könnte. Vielfältige Programme – von Chormusik über Jazz im Geiste von Bach bis zu einem Klavierabend mit Sonaten von Scarlatti und Jon Cage – zeigten: Die Silbermann-Tage sind kein Festival allein für Orgelfans. Die allerdings kamen ebenso auf ihre Kosten. Die sieben Juroren des begleitenden Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerbs sind allesamt selbst exzellente Organisten; sie zeigten in Konzerten ihr Können. Unter ihnen Juryvorsitzende Bine Katrine Bryndorf (Dänemark) und Frédéric Champion (Frankreich).

25 Veranstaltungen an 14 Spielstätten – Konzerte, Kinderkonzerte, Mittags- und Abendmusiken, Wettbewerbsprüfungen, musikalische Gottesdienste und Exkursionen – standen auf dem Programm. Das Angebot wurde von insgesamt weit über 6.000 Besuchern wahrgenommen.

 

28-jährige Japanerin gewinnt hoch dotierten Silbermann-Orgelwettbewerb

Das Interesse, sich an Gottfried Silbermanns barocken Meisterwerken zu erproben und virtuos aneinander zu messen, ist bei jungen Organisten ungebrochen. 29 Teilnehmer aus 12 Ländern starteten beim XII. Silbermann-Orgelwettbewerb. Nach zwei Prüfungen in Freiberg und Lengefeld gingen gestern fünf Finalisten an der Großen Silbermann-Orgel des Freiberger Doms an den Start. Den ersten Preis gewann die japanische Organistin Mami Nagata. Nach Studien an der Tokyo University of Arts bei Rie Hiroe wird die 28-Jährige derzeit von Ludger Lohmann an der Musikhochschule Stuttgart unterrichtet. Michal Kocot (25, Polen) wurde mit einem zweiten, Olga Papykina (29, Russland) mit einem dritten Preis ausgezeichnet. Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich übergab die mit 7.000, 4.000 und 3.000 EUR dotieren Preise zum heutigen Abschlusskonzert persönlich.

Dank allen Sponsoren und Förderern

Die Silbermann-Tage finden seit 1978 aller zwei Jahre im Erzgebirge statt. Den Förderern und Sponsoren ist es mit zu verdanken, dass die Silbermann-Tage auch in diesem Jahr auf höchstem künstlerischem Niveau stattfinden und dabei ein breites Publikum gewinnen konnten. Hauptförderer sind der Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen und das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst sowie die Ostdeutsche Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung für Kunst und Kultur der Sparkasse Mittelsachsen und der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

 Sonderausstellung noch bis zum 4. Oktober geöffnet

Die in Kooperation von Gottfried-Silbermann-Gesellschaft und Stadt Annaberg-Buchholz entstandene Sonderausstellung macht fünf Jahrhunderte „Klingendes Erzgebirge“ sinnlich erlebbar. Sie ist in der Manufaktur der Träume in Annaberg-Buchholz noch bis 4. Oktober 2015 zu sehen.

22. Auflage 2017

Die nächsten 22., Silbermann-Tage in Verbindung mit dem XIII. Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerb finden vom 6. bis 17. September 2017 statt.

Pressefotos und mehr unter www.silbermann.org  sowie www.facebook.com/GottfriedSilbermann

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