Erzgebirgischer Orgelsommer macht Station an der 300 Jahre alten Hildebrandt-Orgel in Lengefeld
Mit einem Konzert an der Zacharias Hildebrandt-Orgel in Lengefeld, deren 300. Jubiläum in diesem Jahr begangen wird, setzt der Erzgebirgische Orgelsommer seine Konzertreihe fort. Am Samstag, 18. Juli 2026, stellt Kantorin Petra Pfeiffer das Instrument in einer Orgelführung um 16 Uhr vor. Um 17 Uhr beginnt das Konzert mit Levan Zautashvili (Orgel) und Emilio Botto (Zink). Zwischen Orgelführung und Konzert lädt die Kirchgemeinde zu Kaffee und Kuchen ein. Der Eintritt ist frei.
Die Lengefelder Orgel wurde 1726 von Zacharias Hildebrandt (1688–1757) erbaut, einem Schüler Gottfried Silbermannns (1683–1753). An diesem Instrument entzündete sich der oft erwähnte Rechtsstreit zwischen Hildebrandt und seinem früheren Lehrer Gottfried Silbermann. Hildebrandt hatte den Auftrag im unmittelbaren Wirkungsgebiet Silbermanns angenommen, obwohl ihm dies laut Lehrvertrag untersagt war. Erst viele Jahre später versöhnten sich beide Orgelbauer wieder. Hildebrandt wirkte anschließend vor allem im Leipziger Raum und wurde dort zum bevorzugten Orgelbauer Johann Sebastian Bachs. Eine Besonderheit der Orgel in Lengefeld ist, dass Hildebrandt mehrere Register aus einer Vorgängerorgel von 1620/21 in seinen Neubau integrierte. Sie sind heute die ältesten erhaltenen Orgelregister in Sachsen und verleihen dem Instrument damit eine außergewöhnliche Bedeutung. Nach zahlreichen Umbauten in den vergangenen Jahrhunderten wurde die Orgel durch die Dresdner Orgelbauwerkstatt Wegscheider umfassend restauriert und rekonstruiert.
Festkonzert mit Levan Zautashvili (Orgel) und Emilio Botto (Zink)
Nach der Orgelführung um 16 Uhr beginnt um 17 Uhr das Konzert mit Levan Zautashvili an der Orgel und Emilio Botto am Zink. Levan Zautashvili hat Orgel an der UdK Berlin studiert, verschiedene Meisterkurse besucht und war Assistenzorganist an der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin. Inzwischen ist er als Konzertorganist und -cembalist tätig. Emilio Botto, aus Florenz stammend, ist als Zinkenist und Trompeter auf Alte Musik spezialisiert. Er hat bereits mit Ensembles wie dem Bremer Barockorchester, dem Wrocław Baroque Orchestra oder Cremona Antiqua musiziert und ist mit Dirigenten wie Zubin Mehta aufgetreten. Im Konzert in Lengefeld spielen sie Werke von Heinrich Schütz, Giovanni Gabrieli, Johann Sebastian Bach, Henry Purcell, Dietrich Buxtehude und Girolamo Frescobaldi.
Erzgebirgischer Orgelsommer – kulturelles Erbe bewahren und regionale Zusammenarbeit fördern
Der Erzgebirgische Orgelsommer findet noch bis zum 5. September 2026 statt. Künstlerischer Leiter ist Jan Katzschke, Präsidiumsmitglied der Gottfried-Silbermann Gesellschaft. In diesem Jahr stehen neben zwei Orgeln von Gottfried Silbermann (Helbigsdorf, Zöblitz) auch Instrumente von einem Vorgänger (Gottfried Richter), einem Bewunderer (Jacob Oertel) und einem Schüler (Zacharias Hildebrandt) Silbermanns im Mittelpunkt. Die Konzertreihe wird von der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden vor Ort veranstaltet. Äußerst wichtiges Anliegen der Organisatoren ist zum einen die Wertschätzung der kostbaren Instrumente Gottfried Silbermanns und seiner Zeitgenossen. Zum anderen werden mit dieser Kooperation die kleineren Orte im Erzgebirge unterstützt und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der ganzen Region gestärkt.
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