Geschichte

Das Erbauungsjahr des Hauses am Schloßplatz in Freiberg, bekannt als Silbermann-Haus, ist nicht belegt. Es wird 1551 erstmals erwähnt, als es der Stadtgerichtsbarkeit unterstellt wird. 1613 wird es in ein Wachhaus bzw. in das Quartier der Schlosswache umgewandelt. Daher hieß es früher auch „Regimentshaus“ oder „Reiterwache“. 1711 bis 1753 hatte Gottfried Silbermann seine Orgelwerkstatt und Wohnung darin, weshalb es heute „Silbermann-Haus“ genannt wird. 45 Orgeln erbaute Silbermann in seiner Freiberger Werkstatt am Schloßplatz. In Freiberg findet man heute noch vier Orgeln des sächsischen Hof- und Landorgelbauers. Über 200 Tasteninstrumente (Cembali, Hammerklaviere und Clavicorde) sind hier entstanden. Nach Silbermanns Tod übernahmen seine Schüler und Mitarbeiter Johann Georg Schön und Adam Gottfried Oehme die Werkstatt. Bis 1822 baute sein Enkelschüler Knöbel in diesem Hause Orgeln. Über 100 Jahre ist somit das Silbermann-Haus Heimstatt des Orgelbaus gewesen. Weitere Umbauten und verschiedenste Nutzungen machten es dann zu dem Wohn- und Bürogebäude, wie es uns heute gegenüber tritt.

Seit 1999 hat die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e.V. hier ihre Geschäftsstelle. Das Haus ist damit Anlaufpunkt zum Thema Silbermann und Orgelbau für Fachleute, Studenten und Touristen aus aller Welt.

Ab 2017 wird die Stadt Freiberg ihre Touristeninformation und das Kultur-Stadtmarketing-Amt im Silbermann-Haus unterbringen, ebenso die Theater- und Domkasse. Auch Gottfried Silbermann wird im Erdgeschoss endlich angemessen gewürdigt: Ein ganzer Flügel ist seinem Schaffen gewidmet. Hier wird in naher Zukunft ein Silbermann-Orgel-Klanglabor entstehen.