Viertes Konzert des Erzgebirgischen Orgelsommers am 16. August in Zöblitz

Am Sonntag, 16. August 2026, kommt der Erzgebirgische Orgelsommer nach Zöblitz. Um 16 Uhr gibt es eine Orgelführung mit Kantorin Elisabeth Rohloff. Um 17 Uhr spielt Marian Polin aus Bozen die zweimanualige Orgel Gottfried Silbermanns.

Die Zöblitzer Silbermann-Orgel gehört zu Silbermanns später Schaffensperiode. Für viele Orgelfreunde zählt sie heute zu seinen klangschönsten Instrumenten. Der Vertrag für den Bau dieser Orgel wurde im Juni 1738 vereinbart. Aufgrund der vielfältigen Aufgaben Silbermanns, aber wohl auch aufgrund von Finanzproblemen der Kirchgemeinde zog sich die Abnahme und Weihe bis Juli 1742 hinaus. Das wertvolle barocke Instrument hat 20 Register und erhielt 1747 durch den böhmischen Berg- und Stadtschreiber und Kunstmaler Johann Anton Fuchs aus Katharinaberg ein vergoldetes Gehäuse. Obwohl die Stadtkirche Zöblitz zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Jugendstil umgestaltet wurde, enthält sie, neben dem prunkvollen Orgelgehäuse, trotzdem noch viele barocke Elemente, so dass sich diese zwei scheinbar so gegensätzlichen Stilepochen hier zu einer Einheit verbinden.

Barockspezialist aus Südtirol lässt die Silbermann-Orgel erklingen

Marian Polin erhielt bereits in jungen Jahren seinen ersten Orgelunterricht und studierte Kirchenmusik und Orgel in Wien und Linz. Er gründete die „Innsbrucker Hofmusik“ und das Festival „Orgelkunst“ in Vinschgau-Meran. Spezialisiert auf die Barockzeit gastiert er als Konzertorganist, Ensembleleiter und Continuospieler bei renommierten Festivals in ganz Europa und arbeitet mit international profilierten Ensembles der historischen Aufführungspraxis zusammen. In Zöblitz spielt er Werke von Georg Muffat, Girolamo Frescobaldi, Johann Jacob Froberger, Johann Caspar Kerll, Johann Joseph Fux und Johann Sebastian Bach. Vor dem Konzert findet eine Orgelführung statt. Zwischen Führung und Konzert erwartet die Besucherinnen und Besucher Kaffee und Kuchen in entspannter Atmosphäre. Der Eintritt zur Orgelführung und zum Konzert ist frei.

Erzgebirgischer Orgelsommer – kulturelles Erbe bewahren und regionale Zusammenarbeit fördern

Der Erzgebirgische Orgelsommer findet noch bis zum 5. September 2026 statt. Künstlerischer Leiter ist Jan Katzschke, Präsidiumsmitglied der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft. In diesem Jahr stehen neben zwei Orgeln von Gottfried Silbermann (Helbigsdorf, Zöblitz) auch Instrumente von einem Vorgänger (Gottfried Richter), einem Bewunderer (Jacob Oertel) und einem Schüler (Zacharias Hildebrandt) Silbermanns im Mittelpunkt.

Die Konzertreihe wird von der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden vor Ort veranstaltet. Äußerst wichtiges Anliegen der Organisatoren ist zum einen die Wertschätzung der kostbaren Instrumente Gottfried Silbermanns und seiner Zeitgenossen. Zum anderen werden mit dieser Kooperation die kleineren Orte im Erzgebirge unterstützt und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der ganzen Region gestärkt.

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Die Große Silbermann-Orgel im Dom St. Marien zu Freiberg. Foto: Gottfried-Silbermann-Gesellschaft/Otto Schröder
Die Große Silbermann-Orgel im Dom St. Marien zu Freiberg. Foto: Gottfried-Silbermann-Gesellschaft/Otto Schröder
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Der Spieltisch der Großen Domorgel_Foto Gottfried-Silbermann-Gesellschaft_René Jungnickel
Der Spieltisch der Großen Domorgel_Foto Gottfried-Silbermann-Gesellschaft_René Jungnickel
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Albrecht Koch. Foto: Detlev Müller
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