Abschlusskonzert des Erzgebirgischen Orgelsommers am 05. September in Zschopau

Seit dem 28. Juni lädt der 6. Erzgebirgische Orgelsommer zu Konzerten an historischen Orgeln der Region ein. Am 5. September findet die diesjährige Konzertreihe in der Stadtkirche Zschopau ihren Abschluss. Zuvor waren die Kirchen in Lippersdorf, Lengefeld, Helbigsdorf und Zöblitz Stationen des Orgelsommers.

Neben zwei Orgeln von Gottfried Silbermann in Helbigsdorf und Zöblitz waren dabei auch Instrumente seines Vorgängers Gottfried Richter und seines Schülers Zacharias Hildebrandt zu hören. Renommierte Organistinnen und Organisten aus Deutschland, Österreich, aus der Schweiz und aus Südtirol waren im Erzgebirge zu Gast. Vor jedem Konzert gab es eine Orgelführung, der Eintritt zu Führung und Konzert war frei. Bei Kaffee und Kuchen zwischen Führung und Konzert bot sich zudem Gelegenheit zum Austausch zwischen Publikum, Musikerinnen und Musikern sowie den Veranstaltern.

Zum Abschluss erklingt nun die große Barockorgel der Stadtkirche Zschopau, die von Jacob Oertel, einem Bewunderer Gottfried Silbermanns, 1755 erbaut wurde.

Jan Katzschke, Künstlerischer Leiter des Erzgebirgischen Orgelsommers und Präsidiumsmitglied der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e.V., zieht ein positives Fazit und gibt schon jetzt einen Ausblick auf den Erzgebirgischen Orgelsommer 2027:

„Auch im sechsten Jahr seines Bestehens erfuhr der Erzgebirgische Orgelsommer großen Zuspruch. Wir sind begeistert von unserem treuen Stammpublikum, aber auch von vielen Menschen aus Nah und Fern, die sich neugierig auf den Weg machen – nicht nur, um wunderschöne historische Orgeln in einer gemütlichen Atmosphäre erleben, sondern auch immer wieder Neues zu entdecken. Diesen Aspekt möchte ich im kommenden Jahr noch verstärken. Die Konzertformate sollen noch abwechslungsreicher werden: Außer bekannten Silbermann-Instrumenten werden einige eher selten in Konzerten zu hörende Orgeln dabei sein. Dazu soll die Musik selbst noch mehr in den Vordergrund rücken. Neben besonderen musikalischen Entdeckungen sind auch Einführungen zu ausgewählten Programmen und Gesprächskonzerte mit unseren Gastkünstlerinnen und -künstlern geplant.“  

Zum Abschluss: Orgelführung mit Kantorin Carola Kowal-Jurke und Orgelkonzert mit der Schweizer Organistin Irene Roth-Halter

Vor dem Konzert lädt Kantorin Carola Kowal-Jurke um 16 Uhr zur Orgelführung ein. Die Oertel-Orgel in der Stadtkirche Zschopau ist eine bedeutende große Barockorgel aus Silbermanns Zeit. Ihr Erbauer Jacob Oertel war zwar kein Schüler Silbermanns, orientierte sich jedoch offenkundig am großen Meister und dessen Orgelbau im Freiberger Dom St. Marien.

Die 1755 fertiggestellte Zschopauer Orgel von Jacob Oertel (gest. 1762) gilt als drittgrößte und als eine der schönsten Barockorgeln Sachsens. Da das Instrument in Kürze restauriert werden soll, ist dieses Konzert vorerst eine der letzten Gelegenheiten, mehr über die Orgel zu erfahren und sie im Konzert zu hören.

Nach Kaffee und Kuchen beginnt um 17 Uhr das Konzert mit der Schweizer Organistin Irene Roth-Halter. Sie ist Organistin an der Stephanskirche in Konstanz und gastiert als Konzertorganistin, Pianistin und Cembalistin im In- und Ausland. An die Oertel-Orgel in Zschopau bringt sie ein Programm mit Werken von Bach, Händel, Vivaldi, Krebs, Haydn und Fanny Hensel-Mendelssohn mit. Darüber hinaus ist sie aber auch mit zwei zeitgenössischen Kompositionen von Gottfried Fischer (1924-2009) und Maja Bösch-Schildknecht (*1978) zu hören.

Der Eintritt zu Führung und Konzert ist frei.

Erzgebirgischer Orgelsommer – kulturelles Erbe bewahren und regionale Zusammenarbeit fördern 

Der Erzgebirgische Orgelsommer wird von der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden vor Ort veranstaltet. Ein zentrales Anliegen der Organisatoren ist es, die wertvollen historischen Instrumente Gottfried Silbermanns und seiner Zeitgenossen stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und ihre Bedeutung als kulturelles Erbe der Region zu vermitteln.

Zugleich setzt der Orgelsommer auf die Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden und Akteuren vor Ort. Damit sollen insbesondere kleinere Orte im Erzgebirge kulturell gestärkt, regionale Kooperationen gefördert und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Region unterstützt werden.

Der Erzgebirgische Orgelsommer wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

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Die Große Silbermann-Orgel im Dom St. Marien zu Freiberg. Foto: Gottfried-Silbermann-Gesellschaft/Otto Schröder
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Der Spieltisch der Großen Domorgel_Foto Gottfried-Silbermann-Gesellschaft_René Jungnickel
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Albrecht Koch. Foto: Detlev Müller
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